OMD: Targeting, der neue Hype
Es war ganz schön was los auf der Online Marketing (OMD). Ob das allerdings im kommenden Jahr so bleibt, ist fraglich. Denn mit der DMEX erwächst eine Konkurrenzmesse, die schon jetzt viele Freunde gefunden hat. Ich fand es jedenfalls so voll, dass ich meinen geplanten Besuchspfad verließ und mich auf einfaches Rumlaufen beschränkte. Vermarkter von Bannern und sonstigen Online-Werbeflächen waren traditionell stark vertreten. Suchmaschinenoptimierer sind inzwischen ebenfalls zu einer starken und etablierten Gruppe geworden. Das Hype-Thema in diesem Jahr war aber eindeutig “Targeting”, die schöne neue Welt der Zielgruppenrecherche. Früher schlug sich der Marketer mit Typologien herum, die es für beinahe jeden Markt und jede Konsumentengruppe gab. Streuverluste bei Werbemaßnahmen waren dennoch nicht zu vermeiden, denn Menschen lassen sich nun mal nicht in Schubladen stecken – auch nicht die konsumierende Spezies.
Hype-Thema Targeting
Mit Targeting spürt man nun dem potentiellen Kunden mit der Technik des Internets nach. Da wollte ich natürlich wissen, wie das abläuft. Verträgt es sich mit dem Datenschutz wenn die IP-Adresse samt Surfbewegung und benutzter Technik ausgelesen wird? Die schlichte Antwort: Ja. Im B2B-Bereich ist das eh kein Thema, denn Firmendaten stehen beispielsweise im Handelsregister und die Kombination mit der meist festen IP-Adresse ist offenbar kein Thema für den Datenschutz. Die Software hilft beim Auslesen des Surfverhaltens. Sie erstellt eine gewichtete Liste der besuchten Seiten. Dabei erhält die Startseite einen geringen, eine themenbezogene Unterseite oder das Kontaktformular einen hohen Wert. Zu Akquisezwecken lassen sich beispielsweise alle Firmen anzeigen, die die Kontaktseite aufgerufen haben.
Bei Privatkunden lassen sich dagegen “nur” Surfverhalten, Browsertyp samt installierter Plugins und Betriebssystem aber keine persönlichen Daten mitloggen. Vielleicht finde ich ja irgendwann gut, wenn ich Bannerwerbung mundgerecht zu meiner Interessenlage serviert bekomme. Allerdings glaube ich nicht, dass ich dann häufiger darauf klicke. Ich stehe dieser neuen Goldgräberstimmung, die Targeting offenbar auslöst, eher skeptisch gegenüber. Schon wieder eine neue Methode, die suggeriert, eine Software wird’s schon richten. Ich glaube einfach nicht, dass sich der kaufende Mensch so leicht durchschauen lässt. Und vielleicht treibt der sich auch gar nicht im Internet herum
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Randnotiz
Und dann war da noch der Suchmaschinenoptimierer, der mir versicherte, nur legale Methoden zu nutzen. Der Einsatz von CSS und semantischer Auszeichnung als Optimierungsmethode schien für ihn aber nur eine untergeordnete Rolle zu spielen, was er mir mit einem schmalen Spalt zwischen Daumen und Zeigefinger verdeutlichte. Kein Wunder, denn er war überzeugt, dass man sich CSS und XHTML leicht an einem Wochenende aneignen könne.
Geschrieben am 19.09.2008 um 15:19:39 Uhr in der Kategorie Allgemein, Feed: RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben.
Schade, hätte ich das früher gewusst, hätte ich dich gerne mal kennengelernt.
Ansonsten fand ich die OMD sehr interessant, bis auf ein paar Kleinigkeiten.
Zur Werbung als Konsument möchte ich noch hinzufügen, dass ich gerne klicke und mir Werbung ansehe – vorausgesetzt es ist für mich ein Mehrwert.
Ja, was ist ein Mehrwert? Wenn ich auf der Suche nach Produkt A bin, bietet mir die Werbung für dieses Produkt sicher einen Mehrwert, suche ich aber nach Produkt B und bekommen die Werbung A dann habe ich nichts davon. Vielleicht mag es den einen oder anderen geben, der die richtige Werbung mit Targeting platzieren kann, aber dass das immer funktioniert, wage ich zu bezweifeln.
In einem umkämpften Bereich setzt KEIN Suchmaschinenoptimierer nur legale Methoden ein. Wobei: Was ist legal? Ist Google der Gesetzgeber? Dann wäre Link- und Domainkauf also nicht legal. Ohne diese wären die meisten Suchmaschinenoptimierer für kleine und mittelständische Unternehmen arbeitslos, denn sie haben nicht die Fähigkeiten, die benötigt werden, wenn man Link- und Domainkauf als zweitrangig betrachtet.
Dein abschließender Kommentar ist köstlich. Ich hatte im letzten Jahr mit zwei Webdesignern zu tun, die offenbar CSS und XHTML an einem Wochenende gelernt haben. Scheint zu gehen. Der Kunde merkt es ja nicht, da er die Kenntnisse nicht hat…
@Wulffy: “Legal” bezieht sich natürlich auf die Vorgaben von Google + Co. Illegal ist in diesem Zusammenhang alles, was zum Ausschluss aus dem Index führt. Vielleicht sollte ich besser “saubere” Methoden schreiben? Und zu denen zählen für mich nun mal die Optimierung des Quellcodes inkl. CSS nach W3C-Standards, ein nach relevanten Stichworten erstellter Text und ganz wichtig eine Seitenstruktur mit lesbaren Links, die jeden Suchrobot erfreut
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Es gab übrigens ein Beispiel, dass Link- und Domainkauf nicht so erfolgreich sind wie von Optimierern oft behauptet wird – Stichworte: Hommingberger Gepardenforelle.