Wie es war beim Barcamp Cologne
Von meinen Kolleginnen bin ich das schon gefragt worden und ja, ich bin spät dran mit meinem Nachbericht. Aber dennoch: Es war super – die Themen, die Atmosphäre und vor allem die Organisation. Ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren für die ausgezeichnete Vorbereitung. Ansonsten schließe ich mich diesem Lob an. Das war bestimmt nicht mein letztes Barcamp – Hannover lässt grüßen
.
Die Anzahl der Sessions machte die Auswahl schon schwer. Mit “Chancen für Drittanbieter” habe ich dann angefangen. Frank Engel erläuterte am Beispiel von Supreme Auction ein Business-Modell für Nischenangebote. Die vorgestellte Software erleichtert den Verkauf bei Ebay – besonders interessant für Powerseller. Der Erfolg eines solchen Produktes ist allerdings an bestimmte Kriterien geknüpft, in Marketing-Sprech auch USP genannt. Das kann z.B. in einer einfacheren Handhabung liegen, die das Ursprungsprodukt nicht hat. Auch billiger oder besser zu sein sind Verkaufsargumente. Allerdings ohne eine geeignete Zielgruppe oder Nische zu finden, dürfte der Wettbewerb gegen die Platzhirsche am Markt zu aufwendig, zu teuer und damit unmöglich sein. Innovation ist dagegen immer ein Argument. Und wenn das eigene Produkt nicht nur für eine eng umrissene Zielgruppe geeignet ist, sondern sich auch für einen größeren Markt eignet (Stichwort: Skalierbarkeit), dann kann man eigentlich loslegen mit dem Businessplan.
Danach habe ich Patrick Breitenbach (www.werbeblogger.de) mit seinen Regeln für erfolgreiches Community-Management gelauscht. Ich erspare mir hier, alle Regeln aufzulisten, denn die stehen schon komplett bei www.best-practice-business.de.
Echt genial waren die Filterregeln für Spam in Gmail, die Oliver Gassner in Aktion zeigte. Während er uns demonstrierte wie leicht sich damit seine tägliche Spamflut bewältigen lässt, kamen gut 1000 neue Spammails rein
. Aber die waren dann auch schnell wieder rausgefiltert. Oliver versprach, seine Filterregeln für uns aufzuschreiben. Ich habe in seinen Blogs aber nichts gefunden. Gibt’s die irgendwo?
Von Thomas Vehmeier und einigen Teilnehmern der Session über Netzwerkeffekte habe ich dann noch ein paar neue Marketing-Vokablen gelernt. Netzwerk- und Log-in-Effekt kannte ich nämlich noch nicht. Die Überlegungen, warum die eine Community funktioniert und die andere langsam einschläft, fand ich ausgesprochen interessant. Ob sich der bleibende Erfolg vorhersagen lässt, wenn ein Netzwerk eine bestimmte Größe erreicht hat (Stichwort: kritische Masse), finde ich nämliche eine interessante Frage. Allein an der Anzahl der Nutzer kann man den Erfolg offenbar nicht festmachen. Über das was die Mitglieder einer Community bei der Stange, hält wurde deshalb auch angeregt diskutiert. Es kann das gemeinsame Interessensgebiet sein, das die Gruppe zusammenhält oder die “Experten”, die auf eine Fragen passende Antworten haben. Nutzer einer Software z.B. fürs Mailen kann man den Wechsel zur Konkurenzanwendung erschweren, um sie an die eigene Community zu binden. Ein Garrant für immerwährenden Erfolg ist das allerdings nicht, sonst würden die Crossover-Anwendungen im Web2.0 nicht so boomen. Und dann gilt es ohnehin zu definieren, was Erfolg überhaupt ist. Für social Networking sieht das sicherlich ganz anders aus als für eine Business-Anwendung. Facebook wurde übrigens als derzeit erfolgreichstes Community-Beispiel genannt. Das muss ich mir mal näher ansehen. Und auch die Townkings, die sich eher auf lokale Vernetzung im Raum Köln-Aachen-Düsseldorf verlegt haben, will ich mal kennenlernen.
Nun ist der Beitrag doch ganz schön lang geworden. Daher zum Schluss einfach noch den Link auf die Sessionsmitschnitte bei sevenload.
Geschrieben am 23.08.2007 um 19:38:28 Uhr in der Kategorie Allgemein, Feed: RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben.
[...] Und dann gab es natürlich einige interessante Sessions (mehr dazu auf http://www.expertinnen-web.de). Die Qual bei der Wahl war groß und 1 Tag viel zu kurz, bei nächsten Mal kann ich hoffentlich länger bleiben. Übrigens: Die von sevenload gestreamten Beiträge gibt’s hier als Konserve. [...]
Wie ist das eigentlich auf dem Barcamp? Da muss doch jeder etwas erzählen, oder? Was ist mit denen die nicht viel wissen?
Hi Markus,
das Barcamp kennt “fast” keine Regeln. So kann ein offener Austausch stattfinden ohne die übliche “Vortragender-publikum”-Barriere.
Mehr dazu gibt´s hier: http://www.franztoo.de/?p=113
Viele Grüße,
Frank
Nein, es muss nicht jeder was erzählen. Es sollte nur Jede/r bereit sein, etwas beizutragen. Das kann auch interessiertes Zuhören sein. Jedenfalls gibt es keine Wissensberieselung sondern aktiven Austausch. Oft ist ein Vortrag der Auslöser für eine spannende Diskussion.
Kling sehr interessant. Ich hoffe nur, es gibt auch bei mir in der Nähe mal ein Barcamp.
Ich hatte die vor Urzeiten schon mal gebloggt.
http://blog.oliver-gassner.de/archives/655-Effiziente-Spam-Sichtung-mit-Google-Mail-und-Labels-Etiketten,-Tags.html
Bitteschön