Suchmaschinenoptimierung: Lesenswertes Buch
Suchmaschinenoptimierung wird gerne als Geheimwissenschaft betrachtet: Hacker, Spammer und andere finstere Gestalten bringen Websites mit üblen Tricks nach vorn. Und dann wieder ganz schnell heraus aus den Suchmaschinenergebnissen.
Von den Fakten hinter dem Buzzwort kann man sich bei S. Erlhofer, Suchmaschinen-Optimierung. Für Webentwickler (Galileo Computing 2005) auf über 300 Seiten grundlegend informieren. Es erwartet Euch keine unkommentierte Tricksammlung, sondern Hintergrundinformation: Drei Kapitel sind der Architektur und Funktion von Suchmaschinen gewidmet, also auch dem Retrieval, der Indizierung und der Aufbereitung der Daten sowie dem Suchvorgang an sich. So versteht man, warum Groß- und Kleinschreibung der Keywords keinen Unterschied ausmacht und welche Wörter sich als Keywords nicht eignen, weil sie bei der Aufbereitung der Daten herausgefiltert werden.
Ein Kapitel behandelt die Grundlagen der Onpage-Optimierung: Wo gehören die Keywords hin und wie viele sollten es sein? Wie optimiere ich Flash, Framesets und dynamische Websites? Wichtig ist besonders die detaillierte Schilderung der Vorgänge, über die man die geeigneten Keywords erst erhebt und dann qualifiziert. Was nützt die beste Suchmaschinenoptimierung, wenn die User garnicht nach dem Begriff suchen, auf den optimiert wurde. So ist die Keywordrecherche für mich überhaupt das Zentrum der Suchmaschinenoptimierung.
Offline-Faktoren der Optimierung sind besonders die eingehenden Links. man suche sich am besten solche von thematisch verwandten Seiten und fördere die Verlinkung mit einem keywordreichen Linktext. Aber auch der Server selbst kann sich auf das Ranking auswirken: Wenn die Domain oft nicht erreichbar ist, kann sie aus dem Index fliegen.
Natürlich darf auch eine Warnung vor Spam-Methoden und ihrer Anwendung nicht fehlen. Dabei wird aber auch erklärt, wie man eine für Suchmaschinen und Besucher gleichermaßen nützliche Doorwaypage anlegt, wenn die Website wirklich keine lesbaren Inhalte bietet (z.B. eine Bildersammlung).
Den Abschluß bilden ein Kapitel über die Erfolgskontrolle (vergessen wir ja gerne mal), eine umfangreiche Literaturliste und eine Linksammlung mit Tools und Informationsseiten rund um die Suchmaschinenoptimierung.
Fazit: Das Buch eignet sich für Webentwickler, die den Bereich Suchmaschinenoptimierung bisher ausgeklammert haben und ihren Kunden gerne mehr bieten möchten. Es ist auch eine gute Informationsgrundlage, wenn man sich als Kunde oder Partneragentur in die Fänge eines professionellen Suchmaschinenoptimierers begibt. Risiken und Nebenwirkungen ihrer Methoden kann man so viel besser abschätzen.
Geschrieben am 04.02.2006 um 08:46:11 Uhr in der Kategorie Buch, E-Business, Feed: RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben.
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Finstere Gestalten, was für finstere Gestalten?
Das ist eigentlich eine total interessante Sache.