Ist Wordpress ein Content Management System?
Eigentlich werden mit Wordpress Blogs aufgesetzt. Kennzeichen eines Blogs sind die chronologisch angeordneten und thematisch in Kategorien abgelegten Beiträge. Die Homepage eines Blogs kann gut und gerne 10 Beiträge fassen (Standardeinstellung von Wordpress), die Seite wird dann sehr lang.
Wordpress ist aber auch – nicht zuletzt in Version 1.5 – zu einem veritablen CMS herangereift, das schlank, schnell und vergleichsweise unbürokratisch ist. In der nächsten Zeit finden Sie hier regelmäßig Beiträge, Tutorials und HowTos zu Wordpress und seinen Qualitäten als CMS.
Blog und CMS
Blogs werden in Begriffen wie Kommentar, Einzelansicht, Archiv und Permalink beschrieben. Wie passen diese Funktionalitäten mit einem Content Management System zusammen, das ganz andere Anforderungen an die Software stellt? Checken wir das im Detail.
Ein Blog organisiert seine Navigation nach der Chronologie der Beiträge und den Kategorien, denen ein Beitrag zugeordnet ist. Die Einheit ist der Beitrag, dessen Metainformationen (z.B. gepostet am 11. 11. um 11:11 von Gastfrau in der Kategorie „Überflüssiges“, 2 Kommentare) ihn näher beschreiben und teilweise ihm untergeordnete (Kommentare) oder übergeordnete (Kategorie) Informationen bereitstellen. Hier ist ein relationales DBMS im Einsatz und wird in der mehrdimensionalen Darstellung der Informationen voll genutzt und abgebildet.
Die "normale" Website
Eine Website, wie sie auch in einem Content Management System erstellt werden kann, besteht aus einer hierarchisch strukturierten Abfolge von Seiten, deren Chronologie nicht interessiert und deren Metainformationen sich nur im Quelltext abspielen. Sie sind eindimensional.
Wordpress erlaubt seit Version 1.5 die Erstellung von Seiten (pages mit dem Template page.php), die neben der Blogchronologie existieren. Ihre Inhalte werden über die gleichen Eingabefelder im Backend erfaßt, doch über ein eigenes Template lassen sich Seiten anders als der Rest des Blog formatieren. Während im Blog z.B. der Kalender und eine Navigation über Kategorien wünschenswert sind und den rechten Rand einnehmen, kann eine Seite die gesamte Fensterbreite ausfüllen, indem das Template für den Seitenstreifen (sidebar.php) hier einfach nicht mit eingebunden wird. Seiten erscheinen auch in einer separaten Navigation – eingebunden mit dem Template-Tag wp_list_pages() – die z.B. an anderer Stelle eingebunden und anders formatiert werden kann als die Blognavigation.
Wo ist die Homepage?
Wer ein Blog aufruft, landet standardmäßig auf einer Liste der neuesten Einträge. Auf einer Website erwartet man hier die Homepage. Ein Plugin für Wordpress erlaubt es, eine mit „home“ gekennzeichnete Seite beim Aufruf der Domain anzuzeigen. Damit reagiert eine Website unter WP, wie man es von einer Website erwartet.
Und die Eingabe?
Moderne CMS haben einen WYSIWYG-Editor, der die Eingabe der Texte und Bilder mit weitergehenden Formatierungen auch für Benutzer erlaubt, die sich mit HTML nicht auskennen. Wordpress läßt sich schmerzlos mit einem solchen Editor erweitern, den wir auch unseren Kunden, die anderes zu tun haben als sich um den Code zu kümmern, anvertrauen können.
Kontakt?
Eine Website braucht ein Kontaktformular. Auch das gibt es als Plugin für Wordpress.
Rechtemanagement?
Last but not least: Ein CMS sollte der Administratorin die Steuerung von Userrechten erlauben. So schützt sie z.B. die Template-Dateien, die für die Ausgabe der Inhalte zuständig sind. Wordpress verfügt über zehn Userlevels, die unterschiedliche Rechte beinhalten. Solange kein Workflow mit Freigaben benötigt wird, läßt sich hier die Benutzerebene der Redakteurinnen von der der Administratoren trennen.
Mein Resumee: Mit Wordpress läßt sich eine vollgültige Website aufsetzen, die auch von Usern gepflegt und regelmäßig mit Inhalten gefüttert werden kann, die sich mit einer zweistündigen Schulung auf diese Aufgabe vorbereitet haben.
Geschrieben am 10.11.2005 um 18:30:49 Uhr in der Kategorie Blogs, CMS, Wordpress, Feed: RSS 2.0. Sie können einen Kommentar schreiben.
[...] In einem ausführlichen Artikel wird gefragt, ob Wordpress eine CMS ist. Meine Antwort vorweg: Ja. Ist es. [...]
WP ist kein CMS!
Wieder ein “Warum?” Es kann doch sehr viel, und wenn Du eigenen Code reinpacken willst, gibt es (Extensions) Plugins, die das erlauben: PHPexec und RunPHP. Nicht jeder braucht gleich ein Geschoß wie TYPO3.
[...] Ein Beitrag auf dem Expertinnen-Web (darf ich das als Mann benutzten? ) hat mich noch mehr angeregt, das heissgeliebte Wordpress als richtiges cms zu verwenden. Darin enthalten ist z.B. ein Verweis auf ein Plugin für eine Klappnavigation. Beim weiteren Lesen habe ich noch einen konkreten Artikel Wordpress als CMS gefunden. [...]
Oh ja, WP ist eindeutig als CMS zu nutzen. Eine Mischung aus Blog und CMS habe ich selbst eben für eine Kooperation gebastelt. Und bin begeistert, wie schön man diverse Funktionen ein-/ausbauen kann. So entstand diese Seite:
http://www.die-online-berater.at
Noch ganz neu – aber es gibt eine Menge Ideen für den Weiterausbau.
Dabei bin ich schon am Überlegen, ob WP nicht auch für eine Sportvereinshomepage brauchbar einzusetzen ist. Eben weil es beinahe für alles und jedes das passende Plugin gibt.
viele Grüsse von der WP-Front
Ingrid
laut definition eines cms, ist wordpress ganz deutlich eines.
jeder blog ist ein cms mit zusatzfunktionen.
[...] Selbstverständlich ist Wordpress zunächst als Blogsoftware gedacht, aber wenn ich derzeitig um die Erstellung einer kleinen, leicht zu verwaltenden Website gebeten werde nutze ich dafür ausschliesslich Wordpress. [...]
[...] Ist Wordpress ein Content Management System? [...]
[...] Vor ein paar Tagen fand ich im Orakelblog einen Hinweis auf die Expertinnen. In einem ausführlichen Artikel wird gefragt, ob Wordpress ein Content Management System ist. Meine Antwort vorweg: Ja. Ist es. [...]
[...] Ist Wordpress ein Content Management System? [...]
Vielen Dank für die äusserst interessante Linksammlung . Es gab da in der Tat ein bis zwei Verweise die ich gebrauchen konnte !
Vielen Dank
Klasse Infos. Das auseinanderpflücken der verschiedenen Bereiche macht diesen Artikel hier sehr interessant. Und es zeigt, daß Ihr Recht habt. Zu erwähnen ist noch, daß der Aufsatz BuddyPress für Sportvereine benutzt werden kann um deren Bedüfrnisse voll abzudecken.
WordPress wird wohl die richtungsweisende CMS sein, wenn sich langsam alles zusammen findet. Typo3 ist wohl nicht so gut, da die Systemanforderungen zu hoch sin. TypoLight (Jetzt Contao CMS) ist wesentlich moderner, und in PHP5 neu geschrieben. Es ist sehr schnell und kostet nicht so viel Serverpower. Ich denke daß sich da irgendwann was anbehnt, daß sich beide treffen. WordPress und Contao. MAl sehen, was kommt. Es ist auf jeden Fall für positive Aufregung gesorgt, viel Neues wird kommen!